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Pricing für Online-CP

Juli 17, 2009 by Olaf Wolff · 6 Comments

Im Arbeitskreis „Digitale Medien“ haben wir das Thema mehrfach angesprochen, aber nie wirklich vertieft. Und doch ist die Preisgestaltung von digitalen CP-Medien ein wichtiges Thema – sowohl für die Kunden als auch für CP-Dienstleister. Denn nach der Konzeption, die sehr individuell honoriert wird, brauchen Unternehmen und CPler eine verlässliche Basis, um Kosten abschätzen zu können.Während sich bei Print-Objekten eine Kalkulation auf Seitenpreisbasis weitgehend durchgesetzt hat, fehlt ein vergleichbar akzeptiertes Modell im Online-Bereich. Welche Ansätze für die Preisbildung von Online-CP gibt es?

Mengen-/Volumenmodell: Anders als im Print werden Preise oft auf Wortbasis vereinbart. Das kann für große Projekte ein durchaus sinnvoller Ansatz sein und gibt allen Seiten Planungssicherheit.

Stunden-/Aufwandsmodell: Eine Verrechnung auf Basis von Stundenhonoraren und mit entsprechendem Nachweis ist ein sehr häufiges Modell im Onlinebereich. Viele Onlineagenturen verrechnen ihre Leistungen aufwandsorientiert und die Kunden haben sich daran gewöhnt. Kritisch kann die Dokumentation der Aufwände werden – je nach Kundenwunsch erfordert die Dokumentation auch einige Zeit, die letztendlich in die Kalkulation eines Projekts einfließt (direkt oder indirekt).

Erfolgsabhängig: Gerade bei Onlineprojekten ist eine erfolgsabhängige Honorierung technisch einfach zu gestalten. Die Anzahl der Klicks, der Leads und daraus erzeugter Bestellungen oder Kundenanfragen lassen sich objektiv messen. Auch wenn diese Modelle aus meiner Sicht noch eher selten anzutreffen sind, werden CP-Anbieter zukünftig häufiger mit Vorschlägen in diese Richtung konfrontiert werden. Wichtig ist dabei eine faire Bewertung der Erfolgskriterien und der Einflussmöglichkeiten des jeweiligen CP-Projekts. So hängt beispielsweise die Conversion Rate maßgeblich von der Qualität der Besucher einer Website ab – Masse ist hier nicht gleich Klasse.

Ein sinnvoller Weg könnte beispielsweise die Kombination von aufwandsorientierter und erfolgsabhängiger Vergütung sein.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, welche Modelle gibt es noch? Und, ganz wichtig: Sollte es für Online-Projekte auch eine allgemein akzeptierte Bemessungsgrundlage geben?

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Comments

6 Responses to “Pricing für Online-CP”
  1. Florian Flicke sagt:

    Ein wichtiges Thema. Und vielleicht kommt es, nach der ersten Ablehnung in einst größerer Runde, ja doch nochmals auf den Tisch des Arbeitskreises.

    Wir bei corps haben bisher nur Erfahrungen mit dem Mengen-Volumen-Modell gemacht. Und durchweg gute. Dieses Vorgehen erscheint mir sinnvoller, als die Alternative “Stunden schinden”.

    Zumal sich auch freie Mitarbeiter nach diesem Verffahren besser bezahlen lassen. Ich würde keinen externen Trödler nach Stunden bezahlen! Sondern nur nach Textlänge: 1.000 Zeichen zu je XX Euro. Wenn das Thema besonders schwierig oder rechercheintensiv ist, kann man ja drauflegen. Da bin ich gern gesprächsbereit.

    Erfolgsabhängige Modelle machen theoretisch viel Sinn. Nur sollte dann der erfolgsabhängig bezahlte CP-Dienstleister auch für den vollen Auftritt Rechnung tragen. Also nicht nur für die Texte, sondern auch für Grafik, Programmierung, CMS.

    Allzu voreilig sollte man sich meines Erachtens nicht auf ein solches Abrechnungsverfahren einlassen: Die Webleidensgeschichte der deutschen Verlage, die wirklich viel Content bieten, aber nicht ausreichend RoI erreichen, ist Warnung genug.

  2. Olaf Wolff sagt:

    In den meisten Fällen ist ein Mengen-Modell wirklich am einfachsten und besten. Das Beispiel mit dem freien Mitarbeiter illustriert das sehr schön. Als einer unserer Kunden auf aufwandsorientierter Bezahlung bestand, mussten wir unsere interne Dokumentation entsprechend anpassen, um auch die Art der Tätigkeit genau erfassen zu können.
    Wir haben diese Art der Honorierung allerdings schätzen gelernt, als wir für einen großen, bestehenden Webauftritt neue Teaser schreiben mussten — die reine Textlänge war nicht besonders, aber es steckte viel Arbeit darin.
    Ich würde mir wünschen, dass wir verschiedene, abgestimmte Preismodelle anbieten können, die je nach Projektart ausgewählt werden. Dazu sollte der Verband eine Empfehlung abgeben — und auch die Voraussetzungen, etwa für eine erfolgsabhängige Bezahlung, genau benennen.

  3. Endlich kommt das Thema wieder auf den Tisch. Der Arbeitskreis digitale Medien konnte seltsamerweise mit dem Thema Pricing nichts anfangen und hat es “nach hinten gestellt”. Dabei ist es doch gerade in diesen harten Zeiten DAS Thema schlechthin.

    Kurz zu unseren Erfahrungen: Die zeitbasierte Abrechnung - in Manntagen - scheint der bei Kunden wie bei Subdienstleistern aus dem Online-Bereich die beliebteste Form zu sein.

    Nicht selten aber erleben wir, dass man einen Kostenvoranschlag abgibt, der trotz der ausgewiesenen Zeitaufwände als Festkostenpreis aufgefasst wird. Da werde dann schon gerne mal Mehrleistungen angefordert, die dann aber inklusive sein sollen - eine sehr unschöne Situation.

    Hat jemand die gleichen Erfahrungen gemacht?

  4. Olaf Wolff sagt:

    Yep. Genau die gleichen. Und wenn man das einmal erlebt hat, wird Dokumentation plötzlich extrem wichtig ;-)

  5. Florian Flicke sagt:

    Hinzu kommt das Problem, dass Auftraggeber, die sich auf die zeitbasierte Abrechnung einlassen, leider oft keine Vorstellung davon haben, wie lange selbst ein fixer Kollege mit manchen Aufgaben beschäftigt hat. Das mündet dann schnell in sehr unfeinen Diskussionen.

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